Gemälde alter Meister bis klassische Moderne - Altäre und gefasste Skulpturen

Einführung

Seit Jahrhunderten wird restauriert. Hinweise finden wir in historischen Quellen, Maltraktaten und in Spuren von Behandlungen an den Kunstwerken selbst. Bereits in den frühen Jahrzehnten des 20. Jh. wurden Forschungslabore in renommierten Museen oder Instituten etabliert. Doch hat die Restaurierung und Konservierung erst in den achtziger Jahren vor allem durch die Ausbildung an Universitäten länderübergreifend eine sprunghafte Entwicklung erfahren und ihr

einen breiten wissenschaftlichen Hintergrund verliehen. In diesem Bereich beschäftigt sich Lehre und Forschung um die Entstehungsgeschichte und Schadensdiagnostik von Kunstwerken. Sie setzt sich mit traditionell erprobten, sowie modernen, wissenschaftlich geprüften Materialien auseinander und fördert die Entwicklung neuer technischer Hilfsgeräte und Behandlungsmethodik.

Kongresse, Tagungen, Fortbildungskurse, eine stetig wachsende Fachliteratur, Publikationen mit alten und neuen Kommunikationsmitteln tragen zur ständigen Weiterbildung bei. Sie stehen zur Aktualisierung des Informationsstandes unserer verantwortungsbewussten konservatorischen und restauratorischen Arbeit inzwischen weltweit zur Verfügung. Meine langjährige Arbeit im Ausland und mein internationales Netzwerk sind mir dabei von grossem Nutzen.

Kunsttechnologie erforscht die Entstehungsgeschichte und den Aufbau des jeweiligen Kunstwerkes als Dokument seiner Zeit. Kunsthistorische und kunsttechnologische Forschung dienen dem Werkverständnis des Künstlers, der Absicht im Gebrauch seiner Technik, der Restaurierungsgeschichte und dem Zusammenhang eines Werkes innerhalb einer Sammlung. Bausteine sind Quellenforschung, wie Manuskripte und wissenschaftliche Ermittlung der Zusammensetzung gebrauchten Materials. Ihre Interpretation und meine jahrelange Untersuchungen von Kunstwerken tragen zur Kenntnis bei und ermöglichen auch das Einschätzen der Veränderung, Alterung und des Schadens.

Eine fachgerechte Konservierung und Restaurierung befasst sich mit der Erhaltung kulturellen Erbgutes entsprechend professionell festgelegter ethischer Richtlinien. Sie umfasst Untersuchung, Dokumentation, Behandlung und präventive Maßnahmen unter Berücksichtigung der individuellen Problematik des Originals, seiner Authentizität und Werksgeschichte. Voraussetzung ist die Untersuchung und der Gebrauch geeigneter Methodiken und nachhaltiger Materialien, die bei möglichen Problemen zukünftigen Behandlungen nicht im Wege steht. Dabei gilt größte Sorgfalt und höchst möglicher technischer Standard. Unabkömmlich jedoch bleibt neben fundierten Kenntnissen und breiter Erfahrung das künstlerische Einfühlungsvermögen eines Restaurators.

Die Behandlung ist eine physische, technische oder chemische Maßnahme am Kunstwerk selbst, ohne die originale Substanz in ihrer Komposition oder in ihrer technischen Struktur zu verändern. Zugrunde liegt ein Konzeptes, worin Zielvorstellung, Vorgehensweise, Methodik und Material erarbeitet wird.